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Schulleben von 2009-2014 an der Außenstelle Waldmünchen


BGJ-Schüler arbeiten für Sternenkinder

 Für Eltern ist es äußerst schmerzhaft, wenn sie feststellen müssen, dass ihr Kind noch zu klein oder zu krank war, um leben zu können. Seit dem 1. Januar 2006 gilt eine neue Rechtslage, die die Bestattung jedes toten Kindes, unabhängig von Alter und Gewicht bestimmt. Wenn die Eltern nicht selbst eine Bestattung organisieren, wird dies bei Kindern mit einem Gewicht von unter 500 g, die im Bereich Amberg- Sulzbach, Schwandorf und Cham tot geboren werden, durch die Krankenhäuser, Donum Vitae und den Hospizverein Amberg organisiert. Die toten Kinder werden vierteljährlich im Rahmen einer ökumenischen Abschiedsfeier gemeinsam in einem kleinen Sarg auf dem Waldfriedhof der Stadt Amberg zur Ruhe gebettet. Sehr kleine Frühgeburten oder Abbrüche mit einem Gewicht unter 500 g wurden vor dieser Gesetzesänderung rechtlich nicht als Person angesehen und mit anderem menschlichen Gewebe entsorgt. .Unter dieser Regelung litten viele Eltern. Jetzt haben sie einen Platz, an dem sie von ihrem Kind Abschied nehmen können. Dies hilft ihnen, mit dieser Situation umzugehen und sie zu verarbeiten.

 Am Freitag wurde an der Berufsschule Cham, Außenstelle Waldmünchen, ein Projekt abgeschlossen, bei dem Schüler des Berufsgrundschuljahres der Schreiner kleine Kindersärge für die Bestattung der Sternenkinder fertigten. Das Projekt wurde durch einen Besuch von Frau Forst von Donum Vitae Amberg, vorbereitet, die die Schüler an die Thematik heranführte. Im Religionsunterricht wurde dies weiter aufgearbeitet. Eine freiwillige Arbeitsgruppe entwarf dann in einer Arbeitsphase von 1 ½ Wochen die Särge mit einem CAD-Programm und fertigte sie mit der CNC-Maschine.

 Am Freitag wurden nun die gefertigten Kindersärge an die beiden Vertreterinnen von Donum Vitae, Frau Hilde Forst (Amberg) und Frau Fischer (Cham) übergeben. Frau Forst bedankte sich bei den Schülern und bei Fachlehrer Michael Gruber. Mit den 9 Kindersärgen seien die Bestattungen für die nächsten 2 ½ Jahre gesichert. Die Schulleiterin Frau Fäth-Marxreiter bedankte sich ebenfalls bei den Schülern für ihre engagierte Arbeit. Herr Fachlehrer Michael Gruber, der die Arbeitsgruppe betreute, lobte die angehenden Schreiner für ihren Einsatz und den Teamgeist, mit der sie dieses Projekt durchgeführt haben.

 Die Schüler des Berufsgrundschuljahres für Schreiner besuchten vergangene Woche das Holzwerk der Firma Gmach in Pösing. Hauptaugenmerk der Exkursion sollte das Plattenwerk des Betriebes sein, in dem Holzwerkstoffe, speziell Dreischichtplatten und Vollholzplatten, als Rohstoff für den Schreiner hergestellt werden. Die rund 140 Mitarbeiter der Firma arbeiten im Zweischichtbetrieb, garantieren so eine hohe Flexibilität für jede beliebige Auftragslage. Von der Holzsortieranlage über das Sägewerk, das Hobelwerk zum Plattenwerk, in dem schließlich der aufbereitete Rohstoff Holz verleimt und verpresst wird, konnten sich die Schüler eindrucksvoll ein Bild über die komplexen Arbeitsabläufe machen. Frau Gmach erläuterte dann die Abläufe beim Anliefern des Holzes, sei es  die Logistik, wie viele LKW`s am Tag abgearbeitet werden können, bis hin zur Holzklassifizierung beim Abladen.

Der Energiebedarf der Holzwerke beträgt elektrisch ca. 2500 kW pro Stunde .Das kann die Firma Gmach zum Teil über das neu errichtete Heizkraftwerk aus regenerativen Energien abdecken. 1000 kW pro Stunde werden hier erzeugt. Ein weit größerer Anteil an Wärmeenergie kann durch das Heizkraftwerk die Bedarfe der Firma decken. Die groß angelegten Trockenkammern (Frisch/Abluft-Trockenkammer, bzw. eine Trocknungsstraße), die Presse im Plattenwerk und letztendlich auch die Heizung für die Gebäude benötigen enorme Mengen an Wärmeenergie, die durch die Verbrennung der „Abfälle" (Holzspäne, Rinde, Sägespäne, Hobelspäne) gedeckt werden. Bis zu 7 MW an Wärmeleistung kann das Kraftwerk insgesamt bringen. Wie effektiv man den Rohstoff Holz ausnutzen kann, wurde dann beim letzten Tagesordnungspunkt erläutert. Um wirklich alle „Abfälle" letztlich in den Kreislauf zu integrieren, verpressen die Holzwerke einen entsprechenden Teil ihrer Späne in einer vollautomatischen Brikettieranlage zu Holzbriketts, die dann entsprechend über den Handel an den Verbraucher gebracht werden.

Einer der Schüler bedankte sich im Anschluss bei der Firmenchefin für die anspruchsvolle und interessante Führung.

 

Ab dem Schuljahr 2007/2008:

Die Schüler und Schülerinnen der Berufsschul-Außenstelle Waldmünchen werden im Rahmen ihres Berufsschulunterrichts zur CNC-Fachkraft im Schreinerhandwerk ausgebildet.
Unter der Leitung von Fachbetreuer (GD) Michael Gruber erhalten dabei leistungsstarke Auszubildende das nötige "Knowhow" um die verschiedenen Fertigkeiten der CNC-Technik zu beherrschen.
-> INFOS dazu!

 Siehe dazu auch: Bewertungsbogen für das Zertifikat "CNC-Fachkraft im Schreinerhandwerk"

 

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